Niederländische Philologie

Forschung in der Oldenburger Niederlandistik

  • Forschungsprofil der Literaturwissenschaft

Schwerpunkte in der Forschung von Prof. Dr. Ralf Grüttemeier sind die Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Avantgarde-Forschung, Modernismus, Neue Sachlichkeit/Nieuwe Zakelijkheid), das Problem der Intentionalität in der Literatur und Literaturwissenschaft, Probleme der Literaturgeschichtsschreibung sowie die Beziehung zwischen Literatur und Recht. Im Methodischen liegen Schwerpunkte in der Intertextualitätsforschung sowie in der Verbindung von poetologischen und institutionellen Ansätzen. Diese Schwerpunkte indizieren interdisziplinäre Interessen, die sich insbesondere auf rezeptionsorientierte Fragen richten, die klären sollen, warum Texte zu bestimmten Zeiten auf bestimmte Weise interpretiert werden.

In den letzten Jahren wurde der Fokus unter anderem auf das Projekt "Revisiting Arts & Literature around 1900" gelegt.

 

Projekt Change of Paradigm: Revisiting Arts & Literature around 1900. Finanziert von NWO. Hier sind und waren neben der Niederlandistik auch die Germanistik sowie Anglistik und Slavistik beteiligt. Es haben u.a. workshops in Groningen ("Autonomy", Oktober 2005) und Oldenburg ("Authorship", Februar 2007) stattgefunden. Der Band zum ersten workshop ist 2007 erschienen: G.J. Dorleijn, R. Grüttemeier, L. Korthals Altes (Hg.), The autonomy of literature at the fins de siècles (1900 and 2000), Leuven: Peeters. Der Band zum zweiten workshop liegt zur Zeit beim Verlag und wird in Kürze erscheinen: G.J. Dorleijn, R. Grüttemeier, L. Korthals Altes (Hg.), Authorship revised. Concepts of authorship around 1900 and 2000, Leuven: Peeters. Des weiteren wurden zwei Dissertationen gemeinsam betreut: Marike Dubbelboer, 'Ubusing' Culture. Alfred Jarry's Subversive Poetics in the Almanachs du Père Ubu (Groningen, November 2009, Doktormutter: Korthals Altes; Mitgleid Prüfungskommission Grüttemeier), sowie Leonieke Vermeer, Geestelijke lenigheid, (Groningen, Begleitung: Kemperink/Dorleijn/Grüttemeier). Zur Zeit werden die Möglichkeiten eines Nachfolgeantrags geprüft.

 

 

  • Forschungsprofil der Sprachwissenschaft

Prof. Dr. Esther Ruigendijks Forschung konzentriert sich auf die Frage "wie erwerben, verarbeiten und produzieren wir Menschen Sprache?". Es geht dabei vor allem um sprachvergleichende und experimentelle Forschung, wobei der Vergleich von Niederländisch und Deutsch im Vordergrund steht, aber regelmäßig andere Sprachen hinzugezogen werden (z.B. Hebräisch, Englisch, Russisch). Methodisch wird sowohl mit pencil-und paper Aufgaben gearbeitet, als auch mit Spontansprachanalysen, aber auch mit Reaktionszeitstudien unterschiedlicher Art (Cross-Modal-Lexical-Priming, Cross-Modal Lexical Interference, Word Monitoring). Seit kurzem verfügt die Oldenburger Sprachwissenschaft über ein modern ausgestattetes Labor für experimentelle Sprachwissenschaft, in dem unter anderem EKP (Ereignis Korreliert Potentiale) Studien durchgeführt werden können.

In einigen Projekten untersucht Ruigendijk schwerpunktmäßig die Produktion und das Verständnis von Pronomen (er, ihn, sich) und Artikeln (die, der, das) von Kindern und Aphasikern (allein, und in Kooperation mit Prof. Dr. Friedmann, Tel Aviv; Dr. Schumacher, Mainz; Prof. Dr. Hamann, Anglistik Oldenburg).

Auch arbeitet sie in Kooperation mit u.a. Audiologen (z.B. Prof. Dr. Kollmeier) an einem größeren DfG-Projekt mit dem Titel ‚Understanding speech under fluctuating noise in children and adults from an audiological and psycholinguistic viewpoint‘ (mehr dazu: http://www.aulin.uni-oldenburg.de/).

Gemeinsam mit Kollegen aus der slawischen Sprachwissenschaft (u.a. Prof. Dr. Hentschel) wurde ein Forschungsprojekt gestartet, das die Prozesse der Kodewechsel und Entlehnung in Kontaktsprachen mit unterschiedlich enger Verwandtschaft und unterschiedlichem Grad an struktureller Affinität im Bereich des Slawischen und Germanischen untersuchen will.